Der SYNTAINICS MBC hat das ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026 in der Stadthalle Weißenfels auf Platz drei abgeschlossen. Nicht einmal 24 Stunden nach der bitteren 86:89-Halbfinalniederlage gegen Manchester Basketball zeigten sich die Wölfe gut erholt und bezwangen Titelverteidiger CSO VOLUNTARI aus Rumänien souverän mit 92:76 (56:37). Im Finale setzte sich am Abend Dziki Warschau gegen MBC-Bezwinger Manchester Basketball mit 109:97 (60:51) durch.
Charakter zeigen. Mentalität schärfen. Trainer Milenko Bogicevic machte vor dem kleinen Finale deutlich, worum es ihm geht. Nach einer insgesamt starken ENBL-Saison wollten sich die Wölfe zumindest die Bronzemedaille sichern. In ihren gelben Europapokal-Trikots fanden sie im Spiel um Platz drei, das in dieser Konstellation eigentlich als Finale erwartet worden war, schnell die Balance zwischen Entschlossenheit und Lockerheit. Auch dank fünf Dreiern legten die Gastgeber eine 27:21-Führung nach dem ersten Viertel vor. Fortan bewiesen die Wölfe ihre Vielseitigkeit und kamen nun vermehrt über konsequenten Zug zum Korb zu Punkten. Dabei profitierten sie auch davon, dass Voluntaris bester Scorer und Top-Rebounder Solomon Young frühzeitig mit Foulproblemen zu kämpfen hatte und weite Strecken der ersten Halbzeit auf der Bank verbrachte. Auch durch Wechsel kam kein Bruch ins Spiel des MBC. Zur Pause hatten sich bereits alle neun bis dahin eingesetzten Spieler in die Korbschützenliste eingetragen. Zudem glänzte der Bundesligist mit einer herausragenden Dreierquote (8/12).
Mit einer komfortablen 56:37-Führung ging es in die zweite Halbzeit. Ob des klaren Vorsprungs ließ die Intensität bei den Gastgebern etwas nach, was Voluntari ausnutzte, um auf 60:72 (28. Minute) heranzukommen. Doch im Gegensatz zum Mittwochabend gewannen die Wölfe sofort die Kontrolle zurück. Mit einem 13:2-Lauf zum 85:62 (35.) beseitigten sie die letzten Zweifel am Sieg. Die letzten MBC-Punkte erzielte Andrew Harrison eine Minute vor Schluss. Somit hatten sich am Ende alle zwölf Wölfe-Spieler auf dem Scoreboard verewigt. Zum besten Werfer avancierte wie schon im Halbfinale Khyri Thomas (17 Punkte), der auch ins Allstar-Team des Turniers gewählt wurde. Mit dem überzeugenden Erfolg revanchierte sich der SYNTAINICS MBC für seine einzige Niederlage in der ENBL-Hauptrunde. Am 11. Februar hatte er in Voluntari mit 83:87 den Kürzeren gezogen.
Coach Bogicevic freute sich über die starke Reaktion seines Teams: „Es ist nicht leicht, solche Spiele zu absolvieren, wenn man ein großes Ziel verpasst hat und frustriert ist. Für mich war es deshalb ein wichtiger Sieg, weil wir gezeigt haben, aus welchem Holz wir geschnitzt sind. Wir haben heute Persönlichkeit, Energie und Charakter bewiesen, das wollen wir mitnehmen in den Saisonendspurt.“
SYNTAINICS MBC: Thomas (17 Punkte, 3 Dreier, 3 Ballgewinne), Planinic (15 Punkte, 4 Rebounds), Reaves (14 Punkte, 4 Dreier, 4 Assists), Callison (12 Punkte, 4 Assists), Blomgren (7 Punkte, 4 Rebounds), Djurisic (6 Punkte, 5 Rebounds), Nikic (6 Punkte), Welp (5 Punkte), Foster (3 Punkte), Vargas (3 Punkte), Gunn (2 Punkte), Harrison (2 Punkte).
Warschau krönt sich nach Offensivspektakel zum Champion
Der Sieger des ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026 heißt Dziki Warschau. In der fünften ENBL-Saison sicherte sich damit bereits zum dritten Mal ein Team aus Polen den Titel. Anwil Wloclawek hatte 2022 in der Debütsaison triumphiert, ein Jahr später setzte sich BM Stal Ostrow Wielkopolski durch. Warschaus Center Lukasz Frackiewicz avancierte zum ersten Spieler, der zum zweiten Mal den ENBL-Titel gewann. 2022 hatte er zum Kader von Anwil Wloclawek gehört.
Der MBC-Bezwinger aus Manchester bestimmte die Anfangsphase (11:3), doch als die Trefferquote der Engländer von der Dreierlinie sank, übernahm die Warschauer zunehmend das Kommando. Mit schnellem Team-Basketball deckten sie die Schwächen in Manchesters Defensive schonungslos auf und eroberten mit 37 Punkten im zweiten Viertel eine 60:51-Halbzeitführung. Auch nach dem Wechsel hielt Warschau das Tempo hoch, dominierte in der Zone und zog bis zur 33. Minute auf 91:74 davon. Zwar bäumten sich die Engländer noch einmal auf und verkürzten mit einem 12:2-Run auf 86:93 (36.), doch die Polen ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen und feierten nach der Schlusssirene ausgelassen mit ihren mitgereisten Fans. Landrius Horton war mit 24 Punkten Warschaus Topscorer. Manchester nutzten auch 36 Punkte des überragenden Max Jones nichts.




