Der Traum der Wölfe vom zweiten Europapokal-Triumph nach dem Gewinn des FIBA Europe Cup im Jahr 2004 ist vorzeitig geplatzt. Beim ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026 in der Stadthalle Weißenfels musste sich der SYNTAINICS MBC am Mittwochabend im Halbfinale vor 2300 Zuschauern Manchester Basketball mit 86:89 (49:42) geschlagen geben.
Knapp 15 Monate nach dem nationalen Pokalsieg hatten sich die Wölfe vorgenommen, als erste deutsche Mannschaft überhaupt zum zweiten Mal einen europäischen Wettbewerb zu gewinnen. Doch nach einer überzeugenden ersten Halbzeit endete der Abend mit großer Ernüchterung. Im Spiel um Platz drei treffen die Schützlinge von Trainer Milenko Bogicevic am Donnerstag (17 Uhr) auf Titelverteidiger CSO VOLUNTARI, der im ersten Halbfinale ebenso überraschend mit 80:87 (48:41) an Dziki Warschau gescheitert war. Die Polen, die in der zweiten Hälfte einen Zehn-Punkte-Rückstand aufgeholt hatten, und Manchester bestreiten um 20 Uhr das Finale.
Die Wölfe um Topscorer Khyri Thomas (23 Punkte) hatten die vermeidbare Niederlage einer schwachen zweiten Halbzeit zuzuschreiben, als sie nur noch einen von zwölf Dreierversuchen verwandelten und unter den Körben die nötige Physis vermissen ließen. Dabei hatte die Partie verheißungsvoll begonnen. Im ersten Angriff tanzte Jure Planinic seinen Gegenspieler Matthew Nicholson unter dem Korb aus und vollendete kunstvoll. Bei der ersten Verteidigungsaktion zwangen die Wölfe die Engländer zu einer Überschreitung der 24-Sekunden-Uhr. Die Gastgeber zeigten gleich zu Beginn, dass sie gewillt waren, die historische Gelegenheit beim Schopfe zu packen. Manchester ließ sich zunächst allerdings nicht beeindrucken und übernahm beim 12:11 erstmals die Führung. Doch dann kamen die Gastgeber ins Rollen. Mit einem 12:0-Run setzten sie sich auf 23:12 ab und hielten auch in der Folge das Tempo hoch. Vor allem Thomas, der in den ersten 15 Minuten bereits 17 Punkte sammelte, und Spencer Reaves trugen das Wölfe-Team. Nach dem dritten Reaves-Dreier stand es 33:20. Im Gefühl der Überlegenheit schlichen sich dann jedoch vermehrt Nachlässigkeiten ins Spiel der Wölfe ein. Max Jones, mit 18,6 Punkten Manchesters Topscorer in diesem Wettbewerb, schulterte nun die Verantwortung und führte sein Team kurz vor der Pause bis auf vier Punkte heran (42:46).
Auch nach dem Wechsel erwiesen sich die Engländer als renitenter Gegner. Sie erkämpften sich wiederholt zweite Wurfchancen und brachten den SYNTAINICS MBC mit ihrer physischen Spielweise aus dem Konzept. Die Wölfe büßten nicht nur ihre spielerische Leichtigkeit, sondern auch die Treffsicherheit aus der Distanz ein. 3:12 Minuten vor Ende brachte Jones die Gäste erstmals in der zweiten Halbzeit in Führung (83:82). In der dramatischen Schlussphase verpasste Collin Welp 38 Sekunden vor Schluss mit einem Dreier aus der Ecke die Chance zur 89:88-Führung. Auf der Gegenseite verwandelte Gabe Osabuohien einen von zwei Freiwürfen zum 89:86 für Manchester. Elf Sekunden blieben den Wölfen, um die Verlängerung zu erzwingen. Die letzten Wurfversuche von Reaves und Thomas verfehlten jedoch ihr Ziel.
„Gratulation an das Team aus Manchester, das in wichtigen Situationen besser gespielt hat als wir. Wir haben die kleinen Dinge nicht richtig gemacht, haben einige offene Würfe nicht getroffen und Rebounds abgegeben“, sagte Wölfe-Trainer Bogicevic.
SYNTAINICS MBC: Thomas (23 Punkte, 6 Rebounds, 3 Dreier), Planinic (19 Punkte, 4 Rebounds), Djurisic (15 Punkte, 5 Rebounds), Reaves (13 Punkte, 3 Dreier), Callison (9 Punkte, 6 Assists), Nikic (4 Punkte, 3 Rebounds), Foster (3 Punkte), Welp (0 Punkte), Blomgren (0 Punkte), Harrison, Vargas, Gunn.




