ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026: Die Wölfe vor einem historischen Wurf

Sieben deutsche Basketballclubs haben bislang einen Europapokal gewonnen. Der SYNTAINICS MBC könnte der erste sein, dem dies gleich zweimal gelingt. Beim ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026 am 22. und 23. April in der heimischen Stadthalle Weißenfels haben sich die Wölfe den Titel zum Ziel gesetzt.

Im Halbfinale am Mittwoch, 22. April, treffen die Mannen von Headcoach Milenko Bogicevic ab 20 Uhr auf den britischen Meisterschaftsviertelfinalisten Manchester Basketball. Zuvor duellieren sich ab 17 Uhr der polnische Erstligist Dziki Warschau und der Sieger des Viertelfinales zwischen Titelverteidiger CSO VOLUNTARI aus Rumänien und Riga Zelli aus Lettland (Hinspiel 81:80, Rückspiel an diesem Donnerstag). Die Sieger stehen sich am Donnerstag, 23. April, ab 20 Uhr im Finale gegenüber, die Verlierer bestreiten bereits ab 17 Uhr das Spiel um Platz drei.

Die sieben deutschen Europokalsieger sind ALBA BERLIN (Korac Cup 1995), Barmer TV Wuppertal 1996 (Euroleague Women 1996), der Mitteldeutsche BC (FIBA Europe Cup 2004), die BG Göttingen (Euro Challenge 2010), die SKYLINERS Frankfurt (FIBA Europe Cup 2016), die Telekom Baskets Bonn (Champions League 2023) und die NINERS Chemnitz (FIBA Europe Cup 2024).

Das Europapokalsystem

Die Europapokalwettbewerbe im Männerbasketball werden im Gegensatz zu anderen Mannschaftssportarten nicht ausschließlich vom internationalen Dachverband organisiert, sondern auch privatwirtschaftlich. Dazu zählen die EuroLeague und der EuroCup unter dem Dach der EuroLeague Ventures SA mit Sitz in Luxemburg und Büro in Barcelona sowie die European North Basketball League, die von der ENBL Ltd. mit Sitz und Büro in Riga (Lettland) betrieben wird. Die Basketball Champions League und der FIBA Europe Cup werden hingegen von FIBA Europe ausgerichtet. Die EuroLeague gilt als die Königsklasse. Nur bei den beiden FIBA‑Wettbewerben erfolgt die Qualifikation ausschließlich nach sportlichen Kriterien; bei den übrigen Wettbewerben sind die Clubs entweder Gesellschafter oder werden über Einladungen eingebunden. Darüber hinaus existieren mit der ABA League 1 und 2 zwei weitere eigenständige Profiligen außerhalb der klassischen Verbandsstrukturen mit Mannschaften aus derzeit neun Nationen. Weitere länderübergreifende Ligen sind die BNXT League (Belgien/Niederlande) sowie die Latvian‑Estonian Basketball League (Lettland/Estland).

Final Four

Erst- und zunächst einmalig wurde ein Basketball-Europapokalsieger in der Saison 1966/67 im Rahmen eines Final-Four-Turniers an einem Ort ermittelt. Nach einer längeren Unterbrechung ist dieses Format seit der Saison 1987/88 dauerhaft etabliert. Vor dem ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026 in Weißenfels fanden in Deutschland sieben Final-Four-Turniere statt: 1989 im Europapokal der Landesmeister in München, 1999 in der FIBA Euroleague in München, 2009 in der Euroleague in Berlin, 2010 in der EuroChallenge in Göttingen, 2016 in der Euroleague in Berlin, 2021 in der EuroLeague in Köln und 2024 in der EuroLeague erneut in Berlin.

Die ENBL

Die European North Basketball League (ENBL) wurde 2021 gegründet und ist nicht zu verwechseln mit der zwischen 1998 und 2003 existierenden North European Basketball League (NEBL), an der in der Saison 2001/02 auch die Wölfe teilgenommen hatten (Vorrundenachter). In der ersten ENBL-Saison 2021/22 gingen zunächst acht Mannschaften an den Start, ehe der Wettbewerb nach dem Ausschluss von Russland und Belarus mit nur noch sechs Teams fortgesetzt wurde. Die Hauptrunde wurde dabei im sogenannten Round-Robin-Format ausgetragen. In den folgenden Jahren wuchs die Liga auf 15 und 16 Mannschaften an, die in zwei Hauptrundengruppen gegeneinander antraten. Zur Saison 2024/25 war mit Bamberg erstmals ein deutscher Club vertreten, der im Viertelfinale ausschied. 2025 wurde das Teilnehmerfeld schließlich auf 26 Teams erweitert und erstmals nach dem sogenannten Schweizer Modell mit einer Gesamttabelle gespielt. Den Abschluss jeder Saison bildete immer ein Final‑Four‑Turnier.

Die Final Four Turniere und die Meister der ENBL:

2022 in Wloclawek (Polen): Anwil Wloclawek
2023 in Ostrow Wielkopolski (Polen): BM Stal Ostrow Wielkopolski
2024 in Aarhus (Dänemark): Bakken Bears  (Dänemark)
2025 in Bratislava (Slowakei): CSO VOLUNTARI (Rumänien)
2026 in Weißenfels: ?

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Europapokaltradition

Zum vierten Mal nehmen die Wölfe in dieser Saison an einem Europapokal teil. Ihre Premiere feierten sie in der Saison 2000/01 im Korac Cup. In der ersten Qualifikationsrunde zur Gruppenphase setzten sie sich gegen Albacomp Fehervar aus Ungarn durch, in der zweiten scheiterten sie am italienischen Erstligisten Montecatini Terme Basket. Es folgte die bereits erwähnte NEBL-Teilnahme in der Saison 2001/02, in der die Wölfe ihre Vorrundengruppe mit 2:8 Siegen den achten und vorletzten Platz abschlossen. Den bisherigen Höhepunkt ihrer internationalen Auftritte bildete schließlich der Triumph im FIBA Europe Cup in der Saison 2003/04 (ausführliche Berichte über den Weg zum Titel und die Europapokalhelden). Auch MBC-Vorläufer SSV Einheit Weißenfels war international unterwegs: 1991 in der 1. Runde des Korac-Cup gegen Polonia Warschau (85:85 zu Hause, 97:118 auswärts).

Titelsponsor VIMODROM

Das Konzept von VIMODROM unterscheidet sich eindeutig von gewöhnlichen Fitnessstudios. Statt an einer Vielzahl von Geräten trainiert man bei VIMODROM nur zweimal wöchentlich jeweils zehn Minuten in einem Mikrostudio an einem einzigen Gerät (PowerPlate) mit intensiver Einzelbetreuung und individueller Terminvereinbarung. Dabei setzt VIMODROM auf die revolutionäre und innovative Technologie des Vibrationstrainings. VIMODROM ist aktuell mit über 20 Studios in zehn deutschen Städten von Hamburg im Norden bis Saarbrücken im Südwesten vertreten. 2025 hatte VIMODROM bereits das Namenspatronat des TOP FOUR um den BBL-Pokal, das ebenfalls in der Stadthalle Weißenfels ausgetragen wurde.

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