Der Klassenerhalt ist längst gesichert, die Play-Ins sind außer Reichweite – doch sang- und klanglos will sich der SYNTAINICS MBC am kommenden Wochenende keinesfalls aus seiner Jubiläumssaison in der höchsten deutschen Spielklasse verabschieden. Ganz im Gegenteil: Die beiden letzten Partien gegen die Überraschungsteams der easyCredit BBL bieten genügend Anlass für ein besonderes Saisonfinale.
Am Freitag (18.30 Uhr) empfangen die Wölfe im von MITGAS präsentierten letzten Heimspiel ihrer 20. Bundesligasaison den Tabellendritten und neuen deutschen Pokalsieger, die BMA 365 Bamberg Baskets. Tickets gibt es hier. Tags darauf tritt die Mannschaft die letzte und zugleich weiteste Auswärtsreise der Saison an und gastiert am Sonntag (16.30 Uhr) beim Tabellenneunten, Aufsteiger VET-CONCEPT Gladiators Trier. Dyn überträgt beide Partien live. Bamberg kommt mit dem „Trainer des Jahres“ der easyCredit BBL, Anton Gavel, sowie dem „Defensivspieler des Jahres“ EJ Onu in die Stadthalle Weißenfels; Trier hat in Jordan Roland den „Offensivspieler des Jahres“ in seinen Reihen.
Für Headcoach Milenko Bogicevic und seinen Mannen gilt es, den 13. Tabellenrang und damit die zweitbeste Platzierung seit dem Wiederaufstieg 2017 zu verteidigen. Die punktgleichen Hamburger (ebenfalls 26:38) und die Frankfurter (24:40) sitzen ihnen im Nacken. Gegen Hamburg haben sie den direkten Vergleich gewonnen, gegen Frankfurt ging er verloren. Mit aktuell 13 Siegen spielen die Wölfe schon jetzt ihre sechstbeste Bundesligasaison überhaupt. Weitere Erfolge könnten den Blick in der ewigen Bestenliste weiter nach oben richten und die Bilanzen aus den Spielzeiten 1999/2000 (15 Siege) sowie 2014/15 (14) egalisieren oder sogar übertreffen.
Der volle Fokus liegt zunächst auf dem Duell der Pokalsieger von 2025 und 2026, zugleich der Neuauflage des Pokalfinales 2025, am Freitagabend. Dabei streben die Wölfe gleich doppelt Revanche an: für die 78:105-Heimniederlage im Pokal-Achtelfinale im Oktober und für das 74:99 im Hinspiel zwei Monate später. Der sechste Bundesligaheimsieg in Folge soll zudem für die passende Stimmung bei der im Anschluss geplanten traditionellen Verabschiedung der Mannschaft auf der Bühne vor der Stadthalle Weißenfels sorgen. Kresimir Nikic steht vor seinem 100. Einsatz in der easyCredit BBL. Spencer Reaves (Foto oben) könnte gegen seinen ehemaligen Club (Saison 2022/23) den 250. Dreier seiner Bundesligakarriere erzielen – dazu fehlt ihm nur noch einer. Von den acht Importspielern im Kader müssen wie gewohnt zwei pausieren.
Die Bamberger haben ihre erste Playoff-Qualifikation seit 2022 und das Heimrecht im Viertelfinale bereits sicher. In den verbleibenden zwei Hauptrundenspielen ist sogar noch der Sprung auf Platz zwei möglich. Am Sonntag empfangen sie den Tabellenvierten Bonn. Mit fünf Siegen in Folge sind sie – hinter Hauptrundenprimus München (sieben) – das aktuell formstärkste Team der Liga und gehen entsprechend selbstbewusst in die entscheidende Phase der Saison. Ohnehin reiten die BMA365 Baskets seit Monaten auf einer Erfolgswelle, die Erinnerungen an die Glanzzeit des Bamberger Basketballs weckt, als die Oberfranken zwischen 2005 und 2017 neunmal Deutscher Meister wurden. Im Februar gewann die Mannschaft von Anton Gavel überraschend den BBL-Pokal und holte damit erstmals seit sieben Jahren wieder einen Titel in die Domstadt.
Abgesehen von den Rebounds gehören die Bamberger in allen Statistiken zur Ligaspitze. Mit 11,2 Dreiern pro Spiel, 4,1 Blocks und einer Freiwurfquote von 80,5 Prozent rangieren sie sogar ganz vorne. Zum Vergleich die Wölfe: 10,4 Dreier, 1,5 Blocks und 73 Prozent von der Linie. Topscorer ist Flügelspieler Ibi Watson mit 16,1 Punkten pro Spiel. Spielmacher Cobe Williams kommt auf 14,8 Punkte und ist mit 4,1 Assists zugleich bester Vorlagengeber. Die meisten Rebounds verbucht Demarcus Demonia (5,4), der eingangs bereits erwähnte EJ Onu führt die Liga in der Kategorie Blocks (2,3) an. Die vier genannten US-Amerikaner bildeten zusammen mit dem Tschechen Richard Balint in den ersten 36 Saisonspielen in Liga und Pokal durchgehend die Startformation. Am vergangenen Wochenende gab es beim 85:71-Heimsieg gegen Hamburg erstmals eine Änderung, weil Ibi Watson angeschlagen fehlte. Für ihn rückte Zach Ensminger nach, der Sohn von Ex-Wolf Chris Ensminger (1999 bis 2001).



