Ausgerechnet bei einem der heißesten Teams der Liga will der SYNTAINICS MBC seine Ergebniskrise in der easyCredit BBL beenden. Der zuletzt viermal hintereinander erfolglose Pokalsieger ist an diesem Samstag (18.30 Uhr) zu Gast bei den EWE Baskets Oldenburg.
Die Niedersachsen feierten jüngst vier Siege hintereinander – dies ist die längste Erfolgsserie nach Spitzenreiter FC Bayern München (10) – und verbesserten sich mit einer Bilanz von nunmehr 10:18 Punkten auf den 15. Tabellenplatz. Eine Herausforderung neben dem Spiel dürfte angesichts der Wetterprognose auch die 430 Autobahnkilometer lange Anreise am morgigen Freitag werden. Die Wölfe sind mit 14:14 Punkten Zehnter. In Reihen der Oldenburger steht seit dieser Saison der aus der Talentschmiede der MBA hervorgegangene Ralph Hounnou, der von 2022 bis 2024 auch dem Profikader des SYNTAINICS MBC angehörte. Dyn überträgt die Partie des 15. Spieltages live.
Als Mutmacher dient den Wölfen zum einen der 106:104 (56:47)-Sieg am Dienstag in der ENBL gegen den niederländischen Traditionsclub Donar Groningen, nach dem Headcoach Marco Ramondino seinen Schützlingen Siegeswille und Charakter bescheinigte. Zum anderen ein Blick auf die Statistik: Die jüngsten drei Duelle gingen allesamt an die Wölfe. In der vergangenen Saison gewannen sie in der Hauptrunde zuhause deutlich 92:77 und in Oldenburg knapp 97:95, in den Play-Ins feierten sie vor heimischem Publikum einen 110:95-Erfolg.
„Nach dem Erfolg in der ENBL gilt es, den Fokus schnell wieder auf die easyCredit BBL und auf das Spiel in Oldenburg zu richten“, sagt Marco Ramondino. „Das wird eine große Herausforderung werden gegen einen Gegner, der einige Änderungen in seinem Team und an seinem Spielstil vorgenommen hat und seither auf einer Siegeswelle surft. Wir müssen entschlossener auftreten als wir das zuletzt getan haben und unsere Fehler reduzieren.“ Noch offen ist der Einsatz von Kyrie Thomas, der gegen Groningen im Schlussabschnitt mit einer Oberschenkelverletzung ausgeschieden war.
Nicht mehr dabei ist bei den Niedersachsen der frühere Wölfe-Headcoach Predrag Krunic (2016, 2023/24). Im vergangenen Sommer war der Bosno-Serbe nach einer Saison in Kobe/Japan nach Oldenburg zurückgekehrt, wo er bereits von 2007 bis 2012 tätig war (Deutscher Meister 2009). Nach nur einem Sieg aus den ersten neun Bundesligaspielen erfolgte Anfang Dezember jedoch die Trennung. Auch der Einzug ins TOP FOUR um den BBL-Pokal diente dem 58-Jährigen nicht als Argument für eine Weiterbeschäftigung. Der 33 Jahre alte Assistenztrainer Lazar Spasic wurde daraufhin zum Headcoach befördert.
In den vergangenen vier Spielen bestätigten die EWE Baskets das Leistungsvermögen, das ihnen in Expertenkreisen von Beginn an bescheinigt wurde. Sie gewannen deutlich in Braunschweig, in Hamburg, in Vechta und am vergangenen Wochenende zuhause knapp mit 76:73 gegen Berlin. In Chris Clemons stellen sie den fünftbesten Korbschützen der Liga (17,6 Punkte pro Partie). Die 52 Punkte des US-Spielmachers im Oktober gegen Trier sind die siebtbeste Ausbeute in der nunmehr 60-jährigen Bundesligahistorie. Vorigen Sonntag gegen Berlin sorgte Clemons mit einem Dreier 0,7 Sekunden vor der Schlusssirene für den 76:73-Endstand.
Statistische Vorteile haben die Wölfe bei den Rebounds (durchschnittlich 36,9), hier ist Oldenburg mit 33,2 das Schlusslicht der Liga. Ihr bester Rebounder ist im früheren Bonner Brian Fobbs (4,6 pro Spiel) ein Shooting Guard. Dafür führen die EWE Baskets die easyCredit BBL bei der Wurfquote aus dem Feld (47,6 Prozent) und von jenseits der Dreierlinie (38,5) an. Zum Vergleich die Wölfe: 45,8 Prozent aus dem Feld und 36,5 aus der Distanz.



