Die Partie zwischen den Basketball Löwen Braunschweig und dem SYNTAINICS MBC an diesem Sonntag (15 Uhr) ist eine der reizvollsten des 30. Spieltages der easyCredit BBL. Die Gastgeber stehen unter Siegzwang, um die Chancen auf den Klassenerhalt am Leben zu halten. Die Wölfe hingegen könnten – abhängig vom Ausgang des Neckarderbys Heidelberg gegen Ludwigsburg tags zuvor – mit einem Erfolg die weitere Zugehörigkeit zur höchsten deutschen Spielklasse sogar rechnerisch perfekt machen.
Gleichzeitig dient die Partie als Generalprobe für das ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026 am 22. und 23. April in der heimischen Stadthalle Weißenfels. Als dann letzter in einem Europapokal verbliebener Bundesligist steht der SYNTAINICS MBC dabei besonders im Fokus. Wie immer überträgt Dyn live. Das Tabellenbild stellt sich vor dem 30. Spieltag wie folgt dar: Braunschweig, Playoff-Viertelfinalist in der Vorsaison, ist Letzter mit 14:44. Jede weitere Niederlage würde die Chancen auf den Klassenerhalt der seit 1995 ununterbrochen erstklassigen Niedersachsen deutlich schmälern. Zuletzt zeigten zwei Siege aus drei Spielen einen klaren Aufwärtstrend, am Dienstag gewannen sie in Jena 92:83. Die Wölfe sind 15. mit 24:34 Punkten. Ihr Vorsprung auf die Abstiegsränge (8 Punkte) ist doppelt so groß wie der Rückstand auf die Play-In-Ränge (4). Acht Siege aus den letzten neun Pflichtspielen unterstreichen ihre aktuelle Form.
Die in dieser Saisonphase ungewöhnlich lange Pause von neun Tagen zwischen dem 99:94-Heimsieg gegen Hamburg und dem Gastspiel in Braunschweig sieht Trainer Milenko Bogicevic mit gemischten Gefühlen. Er sagt: „Einerseits schade, weil wir einen guten Rhythmus hatten. Andererseits taten ein paar Tage Pause mehr gut, um Kraft zu schöpfen für den Schlussspurt. Nicht nur körperlich, sondern auch mental.“ Über die bevorstehende Partie sagt der Serbe: „Wir müssen konzentriert auftreten und dürfen uns vom Tabellenbild nicht blenden lassen. Braunschweig ist ein gutes und gefährliches Team. Sie haben gute Spieler mit individueller Qualität und Erfahrung, die in kritischen Situationen Führungsqualitäten zeigen können. In den vergangenen Wochen haben sie sie ihr Können bewiesen. Die Siege gegen Ulm und in Jena dürften ihnen Selbstvertrauen und Energie verliehen haben.“ Von den acht Importspielern im Kader werden wieder zwei aussetzen müssen.
Das Hinspiel Mitte Dezember gewannen die Wölfe dank 23 Punkten von Marcus Foster (Foto oben) und eines Double Doubles von Khyri Thomas (16 Punkte, 10 Assists) mit 99:93. Ebenso wie im damaligen Siegerteam haben sich bei den Basketball Löwen seither einige Kaderänderungen ergeben: Der griechische Headcoach Kostas Papazoglou wurde durch den Spanier Ramon Diaz ersetzt. US-Guard Grant Sherfield, der im Hinspiel 19 Punkte erzielte, musste gehen. Dafür ist die Zahl ehemaliger Wölfe im Braunschweiger Kader gewachsen. Ferdinand Zylka (2018 bis 2020) und Philipp Hartwich (2020/21) erhielten im Januar Verstärkung durch Kaza Kajami‑Keane. Der kanadische Spielmacher wechselte nach einer für ihn enttäuschenden ersten Saisonhälfte in Chemnitz (4,0 Punkte, 3,4 Assists in acht Einsätzen) nach Braunschweig und fand dort mit 13,5 Punkten und 5,6 Assists in elf Spielen zu alter Stärke zurück.
Weitere Nachverpflichtungen sind der kanadische Center Oluwasimisola Shittu, der sich in seinen ersten elf Einsätzen zum besten Scorer (15,1 Punkte) und besten Rebounder (8,6) des Teams entwickelt hat, und US-Spielmacher Bryant Crawford. Der Schützling von Wölfe-Headcoach Milenko Bogicevic aus der gemeinsamen Zeit beim russischen Erstligisten Avtodor Saratov kam als Reaktion auf den Ausfall des Schweden Barra Njie und ist gleichauf mit Kajami‑Keane bester Vorlagengeber (5,6 Assists). Der frühere Ulmer Meisterspieler Josh Hawley ist nach zweimonatiger Verletzungspause seit März wieder dabei.



