Liebe Fans, liebe Partner, liebe Sponsoren – liebe Wölfe-Familie,
ich schreibe diesen Brief nicht, weil gerade „kommuniziert werden muss“. Ich schreibe ihn, weil ich spüre, was viele von euch spüren: Diese Situation geht uns allen nah. Sie tut weh. Und sie ist verdammt ernst.
13 Niederlagen in Folge – treffen jeden von uns. Spieler, Mitarbeiter, Fans, Partner und Sponsoren. Jeder, der diesen Club trägt, spürt das. Und genau deshalb ist jetzt der Moment, in dem wir uns entscheiden müssen:
Kopf in den Sand – oder Kopf hoch und das Ziel fest im Blick.
Denn eines ist genauso wahr wie die nackten Zahlen: Unsere Lage ist nicht aussichtslos. Sie ist nicht schlechter als die der anderen Teams im Kampf um den Klassenerhalt. Es ist eng. Es ist gefährlich. Aber es ist offen. Und es sind noch 11 Bundesligaspiele, in denen wir alles in der eigenen Hand – und im eigenen Herzen – haben.
Wer wir sind – und warum das gerade alles bedeutet
Wir dürfen bei allem, was wir zuletzt erreicht haben, nie vergessen, wer wir sind. Wir sind der SYNTAINICS MBC. Ein Club, der seit 20 Jahren in der 1. Liga genau durch eine Sache immer wieder bewiesen hat, dass er hierhergehört: Wir geben nie auf. Wir kämpfen bis zum letzten Ballbesitz.
Und ich sage es mit vollem Stolz und tiefer Überzeugung: Wenn bei einem Club der Kampf um den Klassenerhalt zur DNA gehört, dann sind es die Weißenfelser Wölfe. Das ist kein Makel. Das ist unsere Geschichte. Das ist unsere Stärke. Wir wissen, wie man sich aus dem Dreck zieht. Wir wissen, wie man gegen Widerstände besteht. Wir haben es in dieser Liga immer wieder bewiesen – und wir werden es erneut beweisen.
Ja, wir sind oft der Club mit einem der kleinsten Budgets. Aber wenn es um Herz, um Willen, um Kampfgeist geht, dann müssen wir der Club sein, der größer ist als jede Zahl auf dem Papier. Der Club mit dem größten Herzen. Das ist nicht Pathos. Das ist Weißenfels.
Die Wahrheit über die letzten Wochen
Ich weiß, wie herausfordernd diese Zeit war – für die Organisation, für unser Team, für euch Fans, für unsere Partner. Trainerwechsel. Kaderveränderungen. Umbrüche im Management. So etwas verunsichert. So etwas kostet Energie. Und ja: Es macht etwas mit einem Club.
Aber Sport ist keine Excel-Tabelle. Nichts ist vollständig planbar, nichts vollständig steuerbar. Was wir aber steuern können, ist unsere Haltung. Unsere Reaktion. Unser Zusammenhalt. Und deshalb bitte ich euch – ohne Umschweife, ohne Floskeln:
Gebt den Glauben an dieses Team und an diese Organisation nicht auf.
Unsere Spieler, Coaches und Mitarbeitenden arbeiten jeden Tag mit voller Leidenschaft daran, den Turnaround zu schaffen. Nicht halb. Nicht „wenn es gerade passt“. Sondern mit allem, was sie haben. Mit der Nachverpflichtung von Nemanja Djurisic haben wir nochmals Qualität und Erfahrung in den Kader gebracht. Ab jetzt keine Ausreden mehr.
Die internationale Bühne – Chance, kein Widerspruch
Bevor der nächste Anlauf in der Liga ansteht, wartet am Mittwoch die internationale Bühne: das ENBL-Playoff-Heimspiel gegen BK Olomoucko. Ich weiß, dass es Stimmen gibt, die fragen, warum wir überhaupt ENBL spielen. Meine Antwort ist klar: Weil wir es uns erarbeitet haben. Weil wir es verdient haben. Wir haben 7 von 8 Vorrundenspielen gewonnen und gehen als Hauptrundensieger in diese Playoffs. Spencer Reaves wurde als MVP der ENBL-Hauptrunde ausgezeichnet. Das ist Leistung – und darauf sind wir stolz.
Die BBL ist und bleibt unsere Priorität Nummer eins. Aber die ENBL ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung dieses Clubs – und dieses Spiel am Mittwoch kann genau das werden, was wir gerade brauchen: Selbstvertrauen tanken, Momentum drehen, wieder spüren, wofür wir arbeiten. Unsere Spieler haben es verdient, auch auf dieser Bühne leidenschaftlich getragen zu werden. Bis(s) zum Titel!
Mein Appell an alle, die den Wolf im Herzen tragen
In den verbleibenden 11 Bundesligaspielen werden wir alles tun, um euch wieder stolz zu machen. Wir müssen den Klassenerhalt am Ende genauso feiern wie vor einem Jahr den Pokalsieg – als Beweis, dass Herz und Mut in Weißenfels zu Hause sind.
An unsere Fans: Macht die Stadthalle zu dem Ort, an dem Gegner spüren – hier wird nicht gespielt, hier wird gekämpft. An unsere Partner und Sponsoren: Eure Unterstützung ist kein Beiwerk. Sie ist das Rückgrat dieses Clubs. Gerade jetzt. An alle in und um den Club: Lasst uns nicht gegeneinander diskutieren – lasst uns füreinander einstehen.
Ich glaube an dieses Team. Ich glaube an den Prozess. Ich glaube an den Turnaround. Und ich glaube an uns – weil ich weiß, wofür der SYNTAINICS MBC steht. Seit 20 Jahren. Heute. Und in den kommenden 11 Spielen.
Attacke Klassenerhalt. Jetzt. Zusammen. Gemeinsam.
Mit großem Respekt und voller Überzeugung,
Martin Geissler
Geschäftsführender Gesellschafter
SYNTAINICS MBC



