Nur sechs Wochen nach dem XMAS EVENT GAME am Zweiten Weihnachtsfeiertag in Leipzig kommt es zum Rückspiel: An diesem Samstag (18.30 Uhr) ist der SYNTAINICS MBC zu Gast bei den NINERS Chemnitz. Und einmal mehr besitzt das Ostderby enorme Brisanz.
Vor dem 19. Spieltag der easyCredit BBL stehen beide Teams unter Erfolgsdruck. Mit jeweils 14:22 Punkten sind sie direkte Tabellennachbarn: die Wölfe rangieren auf Platz 14, die Sachsen aufgrund des Hinspielsieges eine Position davor. Der Rückstand auf die Play-In-Ränge beträgt ebenso vier Punkte wie der Vorsprung auf die Abstiegsränge. Die Ausgangslage wird zusätzlich durch die jüngsten Negativserien beider Mannschaften und die Erfolgserlebnisse der Konkurrenz verschärft: Der SYNTAINICS MBC geht mit acht Niederlagen am Stück ins Derby, Chemnitz mit fünf. Gleichzeitig haben die Teams im Tabellenkeller – der 16. Hamburg und der 17. Heidelberg – jeweils dreimal hintereinander gewonnen und damit Druck aufgebaut.
Hinzu kommt: In der Messe Chemnitz konnten die Wölfe in fünf Gastspielen seit dem Bundesligaaufstieg der Sachsen 2020 noch nie gewinnen. Der letzte Sieg datiert vom 29. Oktober 2016. Damals setzten sie sich in der ProA mit 79:65 durch, gespielt wurde in der Richard-Hartmann-Halle. Endet am Samstag der Messe-Fluch? Silvano Poropat sieht durchaus Chancen auf eine Wende. Der Interimscoach sagt: „Die Vorbereitung verlief gut, deshalb gehe ich zuversichtlich ins Derby. In solchen Spielen entscheiden Emotionen und Coolness. Wir werden alles daransetzen, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen.“ Dyn überträgt live. Die Wölfe können auf zahlreiche Schlachtenbummler bauen, die u.a. mit einem von HEIM & HAUS Osterfeld unterstützten Fanbus anreisen werden.
Gegenüber dem eingangs erwähnten Hinspiel, das die NINERS mit 94:90 gewannen, haben sich in beiden Mannschaften personelle Änderungen ergeben. Bei den Wölfen sind Headcoach Marco Ramondino und John Bryant ausgeschieden. Khyri Thomas fehlt seit einem Monat verletzungsbedingt, für ihn wurde Andrew Harrison nachverpflichtet. Bei den Chemnitzern hat sich die Zahl der Ex-Wölfe von drei auf einen reduziert: Ty Brewer ist nach Kazan/Russland gewechselt, Kapitän Kaza Kajami-Keane, der ohnehin keine so große Rolle mehr spielte, nach Braunschweig. Verblieben ist also nur Kostja Mushidi. Trotz des Abgangs ihres besten Distanzschützen Ty Brewer sind die Chemnitzer nach wie vor das Team in der easyCredit BBL, das die meisten Dreipunktewürfe nimmt (33,0 pro Spiel) und die meisten trifft (11,0).
Ins Aufgebot zurückgekehrt nach fast einjähriger Verletzungspause ist der kanadische Forward Aher Uguak, der die Position von Ty Brewer einnimmt. Und aus Jena wurde US-Guard Eric Washington abgeworben, der 2021/22 schon einmal eine halbe Saison in Chemnitz spielte. Bester Scorer ist Kevin Yebo mit 16,9 Punkten pro Spiel, bester Rebounder ist Center Amadou Sow (7,1) aus Mali, der im Hinspiel mit 21 Punkten und 9 Rebounds nur knapp ein Double Double verpasste. Dirigiert werden die NINERS aus dem Feld von US-Spielmacher Corey Davis, dem mit 7,8 Assists besten Vorlagengeber der easyCredit BBL, und an der Seitenlinie vom Argentinier Rodrigo Pastore, der seit fast elf (!) Jahren als Headcoach der Sachsen tätig ist. Unter der Woche waren beide Konkurrenten international im Einsatz. Die Wölfe wahrten am Dienstag in der ENBL ihre weiße Weste mit einem 98:89-Arbeitssieg gegen die Hefte Helfen Bulls Kapfenberg. Chemnitz löste tags darauf im Eurocup das Achtelfinalticket mit 81:67 gegen Dolomiti Energia Trient.



