Der 81:66-Sieg beim FC Bayern München am 2. Oktober 2008 war das erste Pflichtspiel von Martin Geissler als Geschäftsführer des SYNTAINICS MBC. Die 78:85 (42:35)-Niederlage am heutigen Sonntag bei den Gladiators Trier war sein letztes. Mit einer Bilanz von 26:42 Punkten und Platz 13 endet die Jubiläumssaison der Wölfe in der easyCredit BBL – nur fünfmal in nunmehr 20 Bundesligajahren und lediglich einmal seit dem Wiederaufstieg 2017 waren sie noch erfolgreicher gewesen.
Lange durfte Martin Geissler auf einen Sieg zu seinem Abschied hoffen. Entscheidend war jedoch der zunehmende Kräfteverschleiß infolge des frühen Verletzungsaus von Spencer Reaves (Oberschenkel) bereits in der 8. Minute sowie der frühen und hohen Foulbelastung. Akeem Vargas (34.) und Perttu Blomgren (35.) mussten mit Foulhöchstzahl vorzeitig vom Feld, Charles Callison rettete sich mit vier Fouls über die Distanz. Insgesamt wurden 27 Fouls und ebenso viele Freiwürfe gegen die Wölfe verhängt, lediglich 19 bzw. 9 gegen Trier, das sich mit einer ausgeglichenen Bilanz von 34:34 Punkten als Tabellenachter für die Play-Ins qualifizierte.
Vor 5400 Zuschauern erzielte Jure Planinic (14) die meisten Punkte. Nemanja Djurisic gelang in seinem 13. Einsatz mit 12 Punkten und 10 Rebounds das zweite Double Double. Spencer Reaves hatte vor seinem Verletzungsaus den 250. Dreier seiner Karriere in der easyCredit BBL erzielt. Marcus Foster und Andrew Harrison hatten die Reise in die älteste Stadt Deutschlands als überzählige Importspieler nicht mit angetreten. Nach der nun beginnenden Sommerpause werden die Wölfe Ende September in ihre 21. Saison in der höchsten deutschen Spielklasse und in ihre zweite in der ENBL starten. Mit welchem Trainer und in welcher Besetzung, ergeben die Personalgespräche in den kommenden Wochen und Monaten.
In ihrem letzten Saisonspiel starteten Kapitän Charles Callison und seine Teamkollegen furios: Bissig in der Verteidigung gestatteten sie Trier in den ersten viereinhalb Minuten keinen Feldkorb, konzentriert im Angriff legten sie ein 12:2 vor. Jure Planinic und Spencer Reaves prägten den Beginn. Mitte des zweiten Viertels wuchs der Vorsprung auf 34:18 an. Zwei Dreier von Jordan Roland und einer von Steven Ashworth brachten sie Hausherren zurück in die Partie. Bis zur Pause schmolz die Führung der Wölfe auf 42:35. Den Wendepunkt markierten die letzte Minute des dritten und die ersten knapp drei Minuten des vierten Viertels, in denen aus einer 62:57-Führung ein 62:69-Rückstand wurde. Die Wölfe gaben danach kämpferisch noch einmal alles, die schwindenden Kräfte schlugen sich aber in einer sinkenden Feldwurfquote nieder. Während diese von 50 Prozent vor der Pause auf 41 Prozent danach sank, steigerten sich die vom Duo Steven Ashworth (21) und Jordan Roland (20) angeführten Trier von 35 Prozent in Halbzeit eins auf starke 59 Prozent nach dem Seitenwechsel.
Headcoach Milenko Bogicevic sagte hinterher: „Zuerst einmal Glückwunsch an Trier. Sie haben sich heute für die Play-Ins qualifiziert, was für viele Clubs ein großes Ziel ist. Auch wir haben heute einen guten Job gemacht und gut gekämpft. Wir hatten leider früh mit Verletzungen im Spiel zu kämpfen, was uns etwas das Momentum genommen hat. Ein Team wie Trier nutzt unsere kürzere Rotation dann natürlich aus und gewinnt das Spiel letztlich verdient. Es war ein tolles Spiel, es hat Spaß gemacht in dieser Halle zu spielen und viele große Clubs haben hier schon verloren.“ Die Höhepunkte der Partie gibt es auf dem Youtube-Kanal von Dyn.
SYNTAINICS MBC: Planinic (14 Punkte, 5 Rebounds), Djurisic (12 Punkte, 10 Rebounds, 3 Assists), Thomas (12 Punkte, 2 Dreier, 5 Rebounds, 4 Assists, 3 Steals), Reaves (10 Punkte), Blomgren (10 Punkte, 2 Dreier), Callison (9 Punkte, 6 Assists, 3 Steals), Vargas (5 Punkte), Nikic (4 Punkte), Gunn (2 Punkte), Siegert (0 Punkte), Welp (0 Punkte), Wafa.




