Klare Rollenverteilung vor dem ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026

In den Halbfinals des ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026 in der kommenden Woche in der Stadthalle Weißenfels scheinen die Favoritenrollen klar verteilt. Am Mittwoch, 22. April, trifft zunächst ab 17 Uhr der Titelverteidiger und Hauptrundendritte CSO VOLUNTARI auf den Siebten Dziki Warschau. Anschließend tritt ab 20 Uhr Gastgeber und Hauptrundenprimus SYNTAINICS MBC gegen den Fünften Manchester Basketball an.

Die Sieger bestreiten tags darauf, am Donnerstag, 23. April, ab 20 Uhr das Endspiel. Zuvor stehen sich ab 17 Uhr die unterlegenen Teams zum Spiel um Platz 3 gegenüber. Alles andere als ein Finale zwischen dem SYNTAINICS MBC und CSO VOLUNTARI wäre eine faustdicke Überraschung.

Die drei Gastmannschaften:

CSO VOLUNTARI

Zum fünften Mal wird der ENBL-Champion im Rahmen eines Final-Four-Turniers ermittelt und zum dritten Mal ist CSO VOLUNTARI (Foto oben und Foto rechts) dabei. Nach der 81:83-Endspielniederlage 2024 in Aarhus/Dänemark gegen Gastgeber Bakken Bears gewannen die Rumänen 2025 in Bratislava durch einen 95:82-Sieg gegen die Newcastle Eagles aus England den Titel. In der Hauptrunde fügte das Team aus dem knapp 50.000 Einwohner zählenden Vorort der Hauptstadt Bukarest dem SYNTAINICS MBC mit 87:83 die einzige Niederlage zu. Mit sechs Siegen in Folge ist es das derzeit heißeste Team der Liga.

Die reguläre Saison schloss das Team von Headcoach Dan Mihai Ioan mit 7:1 Siegen nur aufgrund des schlechteren Korbverhältnisses als Dritter hinter den Wölfen und Iraklis Saloniki (ebenfalls 7:1) ab. Im Achtelfinale setzte es sich mit 99:74 gegen Slovan Bratislava durch, im Viertelfinale mit 81:80 und 96:91 gegen Riga Zelli aus Lettland. Dreimal gewann CSO – das Kürzel steht für Clubul Sportiv Orasenesc, auf Deutsch „Städtischer Sportverein“ – den rumänischen Pokal, zuletzt 2025. Bester Scorer in der ENBL ist der ehemalige Bamberger Centerspieler Solomon Young mit 18,5 Punkten im Schnitt. Bundesligaerfahrung bringen auch Sacar Anim (Bayreuth), Mike Caffey (Crailsheim) und der 40‑jährige Giordan Watson (Bremerhaven) mit. Beim bereits erwähnten Sieg gegen die Wölfe spielten die US-Amerikaner Lee Skinner (21 Punkte) und Kodi Justice (14) groß auf. In der heimischen Liga Nationala liegt CSO VOLUNTARI nach 25 Spieltagen mit 18:7 Siegen auf Rang 3.

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Dziki Warschau

Als Hauptrundensiebter ist Dziki Warschau (Foto links) die am niedrigsten platzierte Mannschaft beim ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026 und geht dementsprechend als klarer Außenseiter ins Halbfinale. Mit 7:3 Siegen schlossen die Polen die reguläre Saison ab. Im Achtelfinale setzten sie sich gegen VALMIERA GLASS VIA aus Lettland mit 97:84 durch, im Viertelfinale warfen sie dann den Hauptrundenzweiten und Mitfavoriten Iraklis Saloniki aus dem Wettbewerb. Bereits der 89:82-Erfolg im Hinspiel war eine Überraschung gewesen. Der 84:83-Auswärtssieg im Rückspiel war schlichtweg eine Sensation. In der polnischen Liga belegt Dziki, das in der Hauptstadt Warschau im Schatten des amtierenden Meisters Legia steht, aktuell mit 15:11 Siegen Rang sechs. Erst 2023 stieg der Club in die höchste Liga auf. In den ersten beiden Erstliga-Saisons kam man nicht über Platz 10 hinaus, im Pokalwettbewerb war spätestens im Viertelfinale Endstation. Mit dem Final-Four-Format der ENBL ist Dziki jedoch bereits vertraut: Vor einem Jahr in Bratislava verlor es im Halbfinale mit 67:80 gegen die Newcastle Eagles und holte sich danach durch ein 80:78 gegen Inter Bratislava den dritten Platz.

Die Stärken der Mannschaft des jungen italienischen Trainers Marco Legovich liegen im Kollektiv und im Rebounding. Kein einziger Spieler taucht in individuellen ENBL-Statistiken in den Top Ten auf, dafür punkten gleich sechs Spieler im Schnitt zweistellig: am erfolgreichsten der US-amerikanische Shooting Guard Landrius Horton (15,6) und der frühere polnische Junioren-Nationalspieler Grzegorz Kaminski (13,1). BMit 36,3 Rebounds pro Partie ist Dziki das beste der vier Teams beim ENBL VIMODROM FINAL FOUR 2026. Hier sticht US-Center Ody Oguama mit 6,3 Rebounds pro Partie hervor.

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Manchester Basketball

Wie Dziki Warschau geht auch Manchester Basketball (Foto rechts) als Außenseiter an den Start. Der Halbfinalgegner der Wölfe schloss die ENBL-Hauptrunde mit 6:2 Siegen als Fünfter ab, setzte sich im Achtelfinale mit 94:92 gegen den Zwölften KK Dubrava aus Kroatien durch und gewann im Viertelfinale überraschend mit 86:84 und 97:94 gegen den Vierten Dinamo Zagreb. Der 2024 gegründete Club ist der neueste Versuch, Profibasketball in der vom Fußball dominierten 600.000-Einwohner-Stadt im Nordwesten Englands zu etablieren. In seiner Premierensaison erreichte Manchester Basketball das Playoff-Viertelfinale der Super League Basketball. In dieser Saison liegt es drei Spieltage vor Hauptrundenende mit 17:12 Siegen auf Rang drei. Zum Vergleich: Die Bristol Flyers, bei denen die Wölfe in der ENBL-Hauptrunde mit 93:76 gewonnen hatten, sind mit vier Siegen weniger Fünfter.

Die Mannschaft von Headcoach Matthew Otten, einem 45 Jahre alten US-Amerikaner mit niederländischem Pass, ist athletisch und USA-geprägt: Ihr bester Scorer in der ENBL ist mit 18,7 Punkten im Schnitt Max Jones, ein junger Swingman aus Florida, der seine erste Profisaison absolviert. Weitere Leistungsträger sind seine Landsleute Pjay Smith, der neuntbeste Dreierschütze der ENBL (2,9 pro Spiel), Zak Irvin, der achtbeste Rebounder der Liga (7,9) und Matt Nicholson, deren drittbester Wurfblocker (1,6). Der Kanadier Gabe Osabuohien wurde 2025 an der Seite von Khyri Thomas mit Calgary Surge Vizemeister in der kanadischen Sommerliga CEBL. Eine Vergangenheit in Deutschland hat Kayne Henry-McCalla, von 2022 bis 2025 in Kirchheim und Düsseldorf in der ProA.

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