Am späten Mittwochabend kehrten die Wölfe zurück von ihrer fünftägigen Auswärtsreise nach Rostock und Sinj/Kroatien. Bereits am Donnerstagvormittag bat Headcoach Marco Ramondino seine Schützlinge zur gemeinsamen Vorbereitung auf das Heimspiel des 17. Spieltages der easyCredit BBL an diesem Samstag (18.30 Uhr) gegen das Überraschungsteam VET-CONCEPT Gladiators Trier – zugleich der Abschluss der Hinrunde in der höchsten deutschen Spielklasse und der Einstand von Nachverpflichtung Andrew Harrison im Wölfe-Dress.
Die Gäste belegen mit 20:10 Punkten den vierten Tabellenplatz, die Wölfe sind nach sechs Niederlagen hintereinander mit 14:18 Punkten auf den zwölften Rang zurückgefallen. „Uns bleibt nicht viel Zeit zur Vorbereitung auf dieses wichtige Spiel“, sagt Marco Ramondino. „Neben der Integration von Andrew gibt es einiges, das wir korrigieren müssen. Am Samstag müssen wir an unsere guten Phasen in Oldenburg und in Rostock anknüpfen.“ Ob der seit drei Wochen wegen Schulterproblemen fehlende RJ Gunn ins Aufgebot zurückkehren wird, entscheidet sich kurzfristig. Khyri Thomas fällt langfristig aus. Tickets gibt es hier, wie immer überträgt Dyn live.
Der Traditionsclub von der Mosel reiht sich nahtlos ein in die Serie starker Aufsteiger in jüngerer Vergangenheit – nach Chemnitz 2020/21, Heidelberg 2021/22, Rostock 2022/23 und zuletzt Vechta 2023/24. Genauer gesagt sind die Trierer ein Wiederaufsteiger: Ein Vierteljahrhundert waren sie von 1990 bis 2015 unter wechselnden Clubnamen fester Bestandteil im Oberhaus, 1998 und 2001 gewannen sie den Pokal. Zwölfmal waren sie in dieser Zeit auch zu Gast in Weißenfels bzw. Spergau, die Bilanz ist mit 6:6 Siegen ausgeglichen. Zuletzt standen sich beide Clubs am 12. Februar 2017 in der Pro A gegenüber, die Wölfe gewannen souverän 92:70.
Am Samstag dürfte die Aufgabe gegen die Mannschaft des erst 33 Jahre alten Cheftrainers Jacques Schneider deutlich schwieriger werden. Mit 89,1 Punkten pro Spiel sind die Gladiators das offensivstärkste Team der gesamten Liga, mit 10,6 Dreiern sind sie die zweitbeste aus der Distanz. In Jordan Roland haben sie den zweitbesten Scorer und besten Balldieb der easyCredit BBL in ihren Reihen. Der 29 Jahre alte US-Guard, der schon in der Saison 2022/23 weit weniger auffällig für Rostock im deutschen Oberhaus gespielt hatte, kommt auf einen Schnitt von 18,5 Punkte und 2,0 Steals.
Sein kongenialer Partner im Backcourt, Eli Brooks, hat Trier im Dezember überraschend Richtung Manresa/Spanien verlassen. In Steven Asworth fanden die Gladiators würdigen Ersatz: Mit durchschnittlich 16,0 Punkten und 7,5 Assists in seinen ersten zwei Einsätzen fügte sich der aus der G League von Noblesville Boom gekommene US-Spielmacher hervorragend ein. Die Centergarde bilden der mittlerweile 35 Jahre alte Ex-Nationalspieler Maik Zirbes (75 Länderspiele) und Publikumsliebling Marten Linßen, Unterstützung erhalten sie von US-Routinier Urald King und vom früheren Jugendnationalspieler Marco Hollersbacher. Zu einem Wiedersehen wird es mit den Ex-Wölfen Behnam Yakhchali (2021/22) und Evans Rapieque (2021 bis 2023) kommen, die beide ihre dritte Saison in Trier absolvieren.



