Siebter ENBL-Sieg, Poropat-Premiere und Reaves-Rekord

In nunmehr 210 Pflichtspielen betreute Silvano Poropat den SYNTAINICS MBC. Und noch immer kommt es zu Premieren: Beim 98:89 (46:48)-Arbeitssieg am Dienstagabend in der ENBL gegen die Hefte Helfen Bulls Kapfenberg stand er als Wölfe-Coach erstmals in einem internationalen Wettbewerb an der Seitenlinie.

Mit 7:0 Siegen und 14 Punkten hat der deutsche Pokalsieger die Tabellenspitze zumindest vorübergehend zurückerobert, einen der ersten vier Tabellenplätze im Abschlussklassement und damit das Heimrecht in einem möglichen Playoff-Viertelfinale sicher. Die abschließende Hauptrundenpartie am 11. Februar bei Titelverteidiger CSO VOLUNTARI wird somit zu einem Endspiel um Platz 1. Zuvor treten die Wölfe in der easyCredit BBL an diesem Samstag (18.30 Uhr) zum Ostderby bei den NINERS Chemnitz an.

Vor 1550 Zuschauern in der vom Tourismusverband Hochsteiermark präsentierten Partie war Spencer Reaves mit 25 Punkten nicht nur Topscorer seines Teams. Mit seinen vier Freiwürfen in der ersten Halbzeit stellte er zudem einen neuen Clubrekord auf: Der Linkshänder hat nun 29 Freiwürfe in Folge verwandelt – so viele wie kein anderer in der Clubgeschichte. Bisherige Bestmarke waren 28 Freiwurftreffer hintereinander von Djordje Drenovac in der Saison 2017/18. Zweistellig punkteten auch Kapitän und Matchwinner Charles Callison (22) sowie der aufsteigende Form beweisende RJ Gunn, der mit 18 Punkten wettbewerbsübergreifend eine persönliche Saisonbestmarke aufstellte. 

Damit sind aber auch schon die positiven Aspekte dieses Abends erwähnt, an dem die Wölfe gegen das ENBL-Schlusslicht nur knapp an einer Blamage vorbeischrammten. Vom Aufwärtstrend vier Tage zuvor in der easyCredit BBL gegen Oldenburg war 35 Minuten lang nichts zu erkennen. Wegen der verspäteten Anreise der Gäste, die in Marktredwitz im Fichtelgebirge übernachtet hatten, begann die Partie mit einer Viertelstunde Verspätung. Zu Beginn präsentierten sich diese hellwach und trafen sicher von der Dreipunktelinie (45 Prozent am Ende). Insbesondere die US-Amerikaner Quinton Green (30 Punkte) und Andrew Jones (19) bekamen die Wölfe, erstmals mit Nachverpflichtung Andrew Harrison in der Startformation, nicht unter Kontrolle.

Von Beginn an liefen sie einem Rückstand hinterher: Beim 7:14 in der 4. und beim 24:31 in der 11. Minute war dieser am größten. Im zweiten Viertel gingen sie mit 38:35 und 46:45 zweimal in Führung, konnten die Partie jedoch nicht herumreißen. Zur Halbzeit lagen sie mit 46:48 wieder zurück. Ein ähnliches Bild nach Seitenwechsel. Fünf Minuten vor Spielende stand es 79:82. Mit drei Dreiern in Folge zum 88:85 sorgte Charles Callison für die Wende. In Spencer Reaves und RJ Gunn hatte er in der Schlussphase zwei wertvolle Assistenten. Die 29 Punkte der Wölfe im letzten Viertel verteilten sich ausschließlich auf diese drei Spieler: Charles Callison 13, Spencer Reaves und RJ Gunn jeweils 8. Letzterer schnappte sich zudem drei wichtige Defensivrebounds. Die Kapfenberger trafen im Schlussviertel nur noch einen von vier Dreiern.

Ernüchtert sagte Silvano Poropat hinterher: „Wir sind zufrieden mit dem Sieg und dem Erreichen des Zwischenziels, einem Platz unter den ersten vier. Mit der Leistung aber können wir nicht zufrieden sein. Wir taten uns sehr schwer, in der ersten Halbzeit war unsere Verteidigung unterirdisch. Im dritten Viertel ging es so weiter, immerhin war die Einstellung ein bisschen besser. Das vierte Viertel war dann so, wie wir es uns vorgestellt haben.“

SYNTAINICS MBC: Reaves (25 Punkte, 5 Dreier, 3 Assists), Callison (22 Punkte, 5 Dreier, 7 Assists), Gunn (18 Punkte, 5 Rebounds), Blomgren (9 Punkte, 5 Assists), Nikic (9 Punkte, 4 Rebounds), Forster (6 Punkte, 4 Rebounds), Welp (4 Punkte), Planinic (3 Punkte, 4 Rebounds), Vargas (2 Punkte), Heck (0 Punkte), Harrison (0 Punkte), Wafa.

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