Nur acht Tage nach dem XMAS EVENT GAME am Zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Chemnitz kommt es für den SYNTAINICS MBC an diesem Samstag (20 Uhr) erneut zu einem Ostderby. Im ersten Spiel des Kalenderjahres 2026 ist Aufsteiger Science City Jena zu Gast beim deutschen Pokalsieger in der voraussichtlich restlos ausverkauften Stadthalle Weißenfels.
Am Neujahrstag waren für die Partie des 14. Spieltages der easyCredit BBL nur noch nur Stehplatztickets erhältlich. Alle Anhänger werden gebeten, in blauer Kleidung zu erscheinen, um eine geschlossene Kulisse in der Vereinsfarbe zu bilden. Alle, die nicht im „Wolfsbau“ dabei sind, können das Spiel live bei Dyn verfolgen. In zweierlei Hinsicht ist besondere Brisanz geboten. Zum einen wegen des Derbycharakters: Exakt 42,3 Kilometer Luftlinie trennen die Spielstätten beider Clubs – dies ist die kürzeste Entfernung zweier Bundesligisten (zwischen Oldenburg und Vechta ist es 4,5 Kilometer weiter).
Zum anderen wegen der sportlichen Konstellation: Der SYNTAINICS MBC (14:12 Punkte) ist nach drei erfolglosen Spielen hintereinander auf den neunten Tabellenplatz zurückgefallen, Jena (8:16) nach fünf Niederlagen in Serie auf Platz 15. Mit einem Derbysieg wollen beide „den Bock umstoßen“. Obwohl die Wölfe bereits ihre 20. Bundesligasaison absolvieren und Jena seine fünfte, gab es in der höchsten Spielklasse bisher erst vier Derbys: in den Saisons 2017/18 und 2018/19. Die Bilanz ist mit 2:2 Siegen ausgeglichen. Im letzten Duell am 6. April 2019 setzten sich die Wölfe zuhause mit 109:92 durch.
In den damaligen Cheftrainern Silvano Poropat und Björn Harmsen sind zwei Protagonisten auch an diesem Samstag wieder dabei. Silvano Poropat ist beim SYNTAINICS MBC inzwischen Sportdirektor. Und Björn Harmsen ist nach Zwischenstationen bei den Wölfen (11/2019 bis 2/2020) und in Münster (2021 bis 2023) schon zum dritten Mal Cheftrainer in Jena. Der Profibasketball in der Lichtstadt ist eng mit dem heute 43-Jährigen verbunden. Bereits 2007 und 2016 hatte er den Verein zum Aufstieg in die Bundesliga geführt, 2025 dann ein drittes Mal. 2009 brachte er auch die Wölfe während seiner Amtszeit in Weißenfels zurück ins Oberhaus.
Headcoach Marco Ramondino sagt vor der Partie an diesem Samstag: „Wir haben zuletzt nicht so gespielt, wie wir das von uns selbst erwarten. Wir müssen uns neu ausrichten, wieder zusammenfinden und unseren Rhythmus zurückgewinnen. Vor uns liegt eine schwierige Aufgabe gegen einen Gegner, der zuletzt auch nicht die Ergebnisse eingefahren hat, die er sich erhofft hat. Jena hat aber in jedem Spiel sein Potenzial und seine Stärken gezeigt, die in der Aggressivität, im Umschaltspiel und in der Korbattacke liegen.“ Fraglich ist der Einsatz der Einsatz von RJ Gunn, der in der Schlussminute des Auswärtsspiels am Dienstag in Bamberg mit einer Schulterverletzung ausgeschieden war, die sich inzwischen als doch ernsthafter als ursprünglich angenommen herausgestellt hat. Eine MRT in den kommenden Tagen soll Aufschluss über das Ausmaß der Verletzung geben. In jedem Fall steht Stephon Jelks als Ersatz parat.
Nach einem verheißungsvollen Start in diese Saison mit vier Siegen aus den ersten sieben Spielen, darunter einem 85:72-Derbyerfolg gegen Chemnitz, und dem Einzug ins Pokalviertelfinale ist bei Science City seit der Länderspielpause Sand im Getriebe. Das 80:92 am vergangenen Montag zuhause gegen Bonn war die fünfte Niederlage in Folge – dies ist die längste Negativserie der Liga. Ursache für die Krise ist in erster Linie der Ausfall von Topscorer Great Osobor (16,1 Punkte pro Spiel). Der junge Centerspieler erlitt bei seinem zweiten Länderspieleinsatz im Dress der spanischen Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss. Für ihn ist die Saison vorzeitig beendet. In Robin Christen fehlt der erfahrenste Spieler des Teams schon seit zwei Monaten wegen Knieproblemen.
Osobors Rolle als Topscorer übernahm der aus seiner Zeit in Chemnitz und Heidelberg bekannte US-Spielmacher Eric Washington (15,8). Unterstützung erhält er vor allem von seinem Landsmann Joe Wieskamp. Der variable Flügelspieler aus Iowa ist zweitbester Rebounder der gesamten easyCredit BBL (8,5 pro Spiel) und legte in dieser Saison bereits vier Double Doubles auf. Washington mischt bei den Assist ligaweit ganz vorne mit, 5,2 Assists pro Partie bedeuten Rang fünf.



